Immer mehr Länder ziehen den Stecker, wenn es um die Social Media App TikTok geht. Die US-Regierung, sowie das Europäische Parlament haben in der jüngsten Vergangenheit die Nutzung auf Geräten mit Zugang zum Netzwerk der Regierung verboten.

Aber warum? Die beliebte Video-Sharing-Plattform ist im Besitz des chinesischen Unternehmens ByteDance. Experten befürchten nun, dass bei der Nutzung sensible Informationen bzw. Daten über die App preisgegeben werden können. Sie äußern daher Bedenken im Bereich Datenschutz und der Cybersicherheit. Die Datensammlung (Kommentare, Privatnachrichten, Such- und Browserverlauf, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Standort, Kontaktliste) sowie die Beeinflussung der Nutzer bzw. eine mögliche Propaganda sind hierbei stark im Fokus der Experten. Das chinesische Unternehmen weist alle Vorwürfe zurück. Die Nutzerdaten würden nicht an die chinesische Regierung weitergegeben und für die genannten Bedenken missbraucht. ByteDance bezeichnet das Verbot als „grundlegende Fehlinformationen“, die ohne „Überlegungen oder Beweise“ beschlossen worden seien.

 

Wir wurden von der Kommunistischen Chinesischen Partei nicht um Daten von US-Nutzern gebeten, wir haben ihr keine Daten zur Verfügung gestellt und wir würden dies auch nicht tun, wenn wir darum gebeten würden.
Shou Zi Chew, CEO TikTok

 

Die Länder bleiben jedoch wachsam und vorsichtig. Auf Grund der strengen Datenschutzgesetze seitens China, haben bereits viele Unternehmen (Airbnb, LinkedIn und Yahoo) ihre chinesischen Standorte und Niederlassungen entweder verlassen oder stark reduziert. Die Gefahr der Spionage oder der Missbrauch der Daten sei hier zu groß.

In der Debatte um die Social Media App TikTok sieht Deutschlands Innenministerin Nancy Faeser keine Grundlage für ein generelles Verbot der App. In erster Linie soll verstärkt der Fokus auf eine Aufklärung des Datenschutzes gelegt werden. Am Mittwoch sagte die SPD-Politikerin Faeser bei ihrem Besuch in Washington: „Bei TikTok handelt es sich um eine Firma, bei der die Daten natürlich abfließen können“.

Folgende Länder haben bereits ein Verbot erlassen:

  • Afghanistan
  • Belgien
  • Dänemark
  • EU-Institutionen
  • Frankreich
  • Großbritannien
  • Indien
  • Kanada
  • Neuseeland
  • Pakistan
  • Taiwan
  • USA