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Welche unterschiedlichen Auditarten gibt es und welche Ziele werden damit jeweils verfolgt?

Inhaltsverzeichnis

Welche Auditform bei welchem Audit verwendet wird, ist davon abhängig, welche Norm bzw. welches Managementsystem zertifiziert werden soll. Die benötigte Auditart wird in einem Auditprogramm gesteuert. 

– Systemaudit

Beurteilung der einzelnen Elemente eines QM – Systems auf ihre Existenz, Richtigkeit und ihre Anwendung.

            Ziele im Audit:

– ob die Dokumentation des QM – Systems allen notwendigen Forderungen – den Produkten und der anzuwendenden Norm angemessen – regelt,

– die einzelnen Regelungen den betreffenden Mitarbeitern bekannt sind,

– die Regelungen und Anweisungen von allen Mitarbeitern und in allen Bereichen eingehalten und ausgeführt werden,

– die notwendigen Korrekturmaßnahmen durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit geprüft werden,

– notwendige Dokumentationen erstellt und auffindbar archiviert werden,

– das Qualitätsmanagementsystem vollständig und wirksam ist

– Verfahrensaudit

Überprüfung aller Prozessschritte und Arbeitsabläufe auf die Zweckmäßigkeit und Einhaltung der Vorschriften.

            Ziele im Audit:

            – das Erkennen von Schwachstellen in Fertigungsprozessen

            – die Prüfung auf Wahrung der Qualitäts- und Prozessfähigkeit

– die Beurteilung der Zweckmäßigkeit und Einhaltung von organisatorischen Abläufen und Vorschriften

– Produktaudit

Stichprobenprüfung von Produkten während und nach der Fertigung auf Einhaltung der Qualitätsvorgaben.

            Ziele im Audit:

            – das Erkennen systematischer Fehler und langfristiger Qualitätstrends

– Bei Produktaudits durch den Kunden besteht das Ziel meist in einer optimalen Lieferantenüberwachung und Reduzierung des Aufwands in der Wareneingangsprüfung.

– Internes Audit (Erstparteien – Audits)

Diese werden vom Unternehmen selbst für interne Zwecke (Produktaudit, Verfahrensaudit) oder zur Managementbewertung (Systemaudit) durchgeführt. Im ersten Falle wird die Unabhängigkeit des Auditors dadurch nachgewiesen, dass der Auditor aus einem anderen Betriebsbereich / Abteilung kommt. Das interne Audit kann auch durch einen externen Anbieter durchgeführt werden. Vorteil hiervon ist, dass keine Betriebsblindheit vorliegt und der Auditor unvoreingenommen alle Prozesse gleichermaßen betrachtet. Die internen Audits müssen eigenständig regelmäßig und geplant von den Unternehmen durchgeführt werden. Mindestens einmal jährlich müssen alle Prozesse des Unternehmens auditiert werden.

– Externes Audit (Zweit- oder Drittparteien – Audit)

            – Zweitparteien – Audit

werden von Parteien, die ein Interesse an der Organisation haben, wie z. B. Kunden oder im Namen von Kunden durchgeführt.

– Drittparteien – Audit

werden von externen unabhängigen Organisationen durchgeführt, z. B. um eine Zertifizierung der Konformität mit der ISO 9001 zu erhalten.